Lago di Como
(01. - 03.05.2026)
Ein verlängertes Wochenende (und noch dazu der Geburtstag meines Lebensgefährten) - das schreit bei uns ja geradezu nach einem Kurztrip!
Diesmal zog es uns zum dritten der großen norditalienischen Seen - und wir haben festgestellt, dass jeder der Seen einen ganz eigenen Charakter hat. Gemeinsam ist ihnen aber, dass es viel zu sehen und zu erleben gibt, von netten Leuten und gutem Essen ganz zu schweigen...
Freitag, 01.05.2026
Wir kommen pünktlich um 6 Uhr früh weg und es ist sehr wenig Verkehr, so sind wir nach 2 Stunden schon in Garmisch. Am Fernpass ist dann mehr los, aber alles im Rahmen. Bei Imst frühstücken wir, dann geht's bald durch den neuen Tunnel an Landeck vorbei und hinauf ins Inntal und in die Schweiz.
Im Engadin* wollten wir eigentlich mit der Standseilbahn hinauf zum Muottas Muragl fahren, damit Christian auch einmal das einzigartige Panorama- genießen kann, aber die Bahn hat noch bis Anfang Juni zu. Also trinken wir nur etwas im herrlichen Sonnenschein mit Bergpanorama, dann fahren wir weiter. Am St. Moritzer See halten wir noch kurz für ein Foto des Nobelorts, dann geht's die restliche Strecke bis zur Passhöhe in Maloja. Bis Chiavenna ist ziemlich viel Verkehr und ein (bayerischer) Trödler hält uns zusätzlich auf...
Kurz vor der Nordspitze des Lago di Como müssen wir aufpassen, dass wir die Straße auf der richtigen Seeseite erwischen, aber hier ist alles gut beschildert, so dass es kein Problem ist.
Unser erstes Ziel am See ist die Abbazia di Piona, ein wunderbar über dem See gelegenes Zisterzienser*-Kloster mit einem herrlichen Kreuzgang und alten Fresken*. Dazu kommen die grandiosen Ausblicke über den See. Hier könnten wir - noch dazu bei dem schönen Wetter - mehr als nur die Stunde verbringen, die wir hier sind, aber wir haben ja noch ein Stück vor uns.
Wir fahren weiter und entdecken (eigentlich per Zufall) den Borgo* von Corenno Plinio, den "Borgo der 1000 Stufen". Das alte Dorf liegt wunderschön am See, ist aber halt auch nicht groß, so dass wir nach gut 1/2 Stunde durch sind.
In Balleno gibt's dann am Lido* etwas zu trinken, bevor wir dann das letzte Stück bis zum "B&B* Frontelago" fahren. Chiara, die Tochter der Chefin, begrüßt uns sehr freundlich, bringt uns in unser sehr schönes und großes Zimmer und erklärt uns alles. Mit einem Bier auf unserem Balkon kommen wir erst mal richtig an, bevor wir auspacken.
Vor dem Abendessen trinken wir noch einen Aperitivo*, dann gehen wir ins Restaurant "Aquaduulze", wo wir auf der Terrasse am See zu unserer Überraschung von Chiara begrüßt werden, die hier neben ihrem Studium immer wieder arbeitet. Am See muss natürlich - wenigstens am ersten Abend - Fisch auf den Teller! Und die Qualität passt zur Atmosphäre, alles top! Zurück im Zimmer fallen wir nur noch ins Bett, es war doch ein langer Tag.
Samstag, 02.05.2026
Da es bei Adele erst ab 8:30 Uhr Frühstück gibt, habe ich vorher genug Zeit für die Buchhaltung.
Das Frühstück ist einfach super! Es gibt Kaffee, Saft, Käse mit Tomaten, Salami, Coppa* und zum Abschluss eine "Torta della Nonna" - für das Geburtstagskind mit Wunderkerze und Ständchen aller Gäste.
Anschließend fahren wir nach Lierna, finden einen sehr nahe an der Marina* gelegenen Parkplatz und (nach einer längeren Wanderung durch den Ort) auch ein Geschäft, das die Tickets dafür verkauft. Zur Anlegestelle ist es dann nur noch ein Katzensprung, so dass wir auch pünktlich dort sind (woran wir zwischendurch unsere Zweifel hatten).
Als wir ankommen, legt auch unser Boot gerade an - ich habe für Christian als Geschenk eine private Tour auf dem See inklusive einer Besichtigungspause, Mittagessen und einer Flasche Prosecco organisiert. Unser Skipper* Federico legt etwas früher als geplant ab, serviert uns das erste (Plastik-)Glas Prosecco und wir genießen die Fahrt. Das ist purer Luxus! Zwischendurch gibt es immer wieder Pausen mit Erklärungen und Informationen von Federico.
Unser erstes Ziel ist die Villa del Balbianello, wo wir die Gärten besuchen - gut, dass ich an meinen Behindertenausweis gedacht habe, so kommen wir gratis rein... Die Gärten sind wunderschön auf einer Landspitze gelegen und wir haben tolle Ausblicke auf den See. Die Gärten waren bereits Drehort für verschiedene Filme (u.a. "Star Wars") und sind entsprechend frequentiert*. So sind wir ganz froh, als Federico uns nach dem Besuch wieder an der Anlegestelle einsammelt.
Wir fahren über den westlichen Arm des Sees nach Lezzeno zum Mittagessen. Im Lokal "Crotto del Misto" ist für uns ein schöner Tisch mit Blick auf den See reserviert, Essen und Service sind hervorragend. Danach geht es zurück nach Lierna und ins B&B. Ein ganz besonderer Geburtstagsausflug!
Etwas später gehen wir zur Gelateria* und lassen uns das erste Eis des Sommers schmecken. Nach einer Siesta* ziehen wir uns um und gehen wieder ins "Aquaduulze". Heute gibt's nur zur Vorspeise Fisch, aber auch die Pasta* mit Wildschwein und die Gnocchi* mit Hase und Pilzen schmecken toll. Ein schöner Abschluss für den Geburtstag!
Sonntag, 03.05.2026
Auch heute wird natürlich vor dem Frühstück Tagebuch geschrieben, außerdem packen wir das meiste schon mal ein.
Adele verwöhnt uns wieder mit ihrem wunderbaren Frühstück und als wir die Ortstaxe bezahlen, schenkt sie uns auch noch die Getränke aus der Minibar, die wir getrunken haben. Sie ist wirklich eine besondere Gastgeberin, wir bleiben auf jeden Fall in Verbindung!
Wir fahren schon mal Richtung Norden, nicht nur, weil wir so die Strecke nicht doppelt fahren müssen, sondern in erster Linie, weil es ab Varenna die regelmäßigsten Verbindungen nach Bellagio gibt. Wieder haben wir Glück und finden einen Parkplatz direkt an der Anlegestelle der Fähren. Auf unsere Tickets müssen wir ziemlich lange warten, aber dann kommen wir doch auf die nächste verfügbare Fähre und fahren hinüber in den bekanntesten Ort am See.
Als erstes machen wir uns auf den Weg zu den Gärten der Villa Melzi, die wir gestern vom Boot aus gesehen haben (und die laut Federico zu den 10 schönsten Gärten der Welt gehören). Hier gibt es zwar für mich keine Ermäßigung, aber die Anlage ist wirklich wunderbar, sehr gepflegt und den Besuch auf jeden Fall wert. Über eine Stunde spazieren wir am See entlang und über die Hügel, genießen die Sonne und bewundern die Vielfalt der Pflanzen.
Auf dem Rückweg in den Ort trinken wir etwas, dann spazieren wir ein bisschen durch Bellagio - allerdings ist hier so viel los, dass wir uns bald wieder zur Ablegestelle der Fähren begeben, wo wir auf das nächste Schiff nach Varenna warten. Wir kommen knapp 10 Minuten vor Ablauf unserer Parkzeit wieder an und machen uns auf den Weg Richtung Engadin.
Diesmal hält uns kein Trödler auf und wir kommen zügig zur Schweizer Grenze und dann hinauf zum Maloja. Ohne Verzögerung geht's am Inn entlang hinunter und dann hinauf nach Samnaun zum Tanken. Durch die Zollfreiheit kostet der Sprit hier rund 25% weniger als in Deutschland, das lohnt sich also auf jeden Fall. Wir beschließen, heute über die Autobahn zurück zu fahren, das ist entspannter als über den Fernpass. Mit einer Pause zum Abendessen an einer österreichischen Raststätte kommen wir kurz vor 22 Uhr wieder daheim an.











