Ronda

(10. - 19.07.2026)

Wir haben es wieder ausgenutzt, dass unsere Firma uns das Arbeiten aus dem (europäischen) Ausland ermöglicht - diesmal hatten wir unser "Homeoffice" in einem wunderbaren kleinen Hotel in der Nähe von Ronda in Andalusien.

Und natürlich kam auch die Erkundung der Umgebung nicht zu kurz! Wir haben einiges entdeckt, das uns bei unserem ersten Aufenthalt in Andalusien entgangen ist...


Freitag, 10.07.2026

Pünktlich um 12 Uhr lass ich alles fallen und fahre den Rechner herunter. Der kleine Rest ist schnell verstaut und wir sind startklar, als mein Schwager Helmut sehr pünktlich vor der Tür steht, um uns zum Flughafen zu fahren. Am Flughafen verliere ich (wegen ein paar Reisenden, die sich selten doof anstellen) etwas Zeit bei der Security*, aber wir haben immer noch genug Zeit für ein kleines Mittagessen.

Der Flug vergeht ruhig und wir landen pünktlich in Malaga. Auch bei der Autovermietung gibt es keine Probleme und wir haben schnell unseren Nissan Juke.

Auf der Strecke nach Ronda gibt es keine Staus, nur ein paar Irre - aber die tun uns nichts, solange wir sie vor uns haben... Wir finden dank Tante Google auf Anhieb unser nettes Hotel "Molino del Puente". Wir werden von Ian, dem Chef, und seiner jüngeren Tochter Meghan sehr freundlich in Empfang genommen, unser Zimmer ist wirklich hübsch und die Terrasse einfach riesig und schön.

Abends essen wir im hauseigenen Restaurant "La Cascada" sehr lecker - das werden wir auch den Rest unseres Aufenthalts so machen, wenn nicht gerade Ruhetag ist! Das i-Tüpferl ist die Übertragung des WM-Viertelfinales mit spanischer Beteiligung (und die enthusiastischen* Fans). Ein toller erster Abend!

Samstag, 11.07.2026

Nachdem es hier erst um 8:30 Uhr Frühstück gibt, habe ich vorher ausreichend Zeit für die "Buchhaltung".

Das Frühstück ist dann absolut toll! Es gibt alles, was wir für einen guten Start in den Tag brauchen: Kaffee, Saft, frisch getoastetes Brot, Wurst, Schinken, Käse, diverse Aufstriche, frisch zubereitete Speigeleier mit Speck, frisches Obst usw.

Wir beschließen beim Frühstück, es heute entspannt anzugehen und nur nach Ronda zu fahren. Wir finden ohne Probleme den kostenfreien Parkplatz wieder und machen uns auf den Weg ins Zentrum. Als erstes steht Einkaufen auf unserem Programm - ich brauche einen neuen Sonnenhut, der alte ist ja in Gambia geblieben...

Danach spazieren wir durch die Gassen und über den Puente Nuevo ins alte maurische* Viertel. Unser Ziel ist der Palacio Mondragon mit dem Stadtmuseum. Der Besuch ist für mich (dank Behindertenausweis) gratis, aber auch mit Bezahlung hätte es sich gelohnt! Es gibt tolle historische Ausstellungen, verschiedene Innenhöfe und die hübschen maurischen Gärten.

Wir trinken anschließend etwas und machen uns dann auf den Weg zu den arabischen Bädern. Auch hier bezahle ich nichts. Die Anlage ist super interessant und ein Film (in englischer Sprache) erklärt die verschiedenen Räume der Bäder sehr gut.

Wir gehen über die kleine Brücke und dann entlang der Schlucht wieder hinauf zum Puente Nuevo. Nach einem leckeren Eis geht es zurück zum Auto und ins Hotel. Nach einem Bier auf der Terrasse verbringen wir einige Zeit am und im Pool.

Abends gibt es heute Doradenfilet und Langostinos*, beides super lecker!

Sonntag, 12.07.2026

Auch heute steht noch vor dem Frühstück die "Buchhaltung" auf meinem Programm.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf unseren Weg zu den berühmten "Weißen Dörfern".

Unser erstes Ziel ist Algodonales, ein hübscher Ort mit einer (allerdings noch geschlossenen) beeindruckenden Kirche. Allzu viel gibt es hier aber nicht zu sehen, vielleicht ist es einfach noch zu früh.

Danach geht es weiter nach Zahara de la Sierra*, angeblich eines der schönsten "Weißen Dörfer" Andalusiens. Die Lage des Dorfes, oberhalb des Stausees und mit dem gewaltigen, steilen Felsen darüber, ist schon aus der Entfernung beeindruckend. Und der Ort hält, was wir uns davon versprochen haben: malerische Gassen, ein schöner Hauptplatz, tolle Aussichtspunkte usw.

Unser nächstes Ziel ist Grazalema, nach allem, was wir gelesen haben, auch ein sehr schönes Dorf. Auf dem Weg dorthin (auf einer schmalen und kurvigen, aber immerhin asphaltierten Bergstraße durch die Sierra) quert auf einmal eine Steingeiß* die Straße - so was ist uns auch noch nicht passiert... Grazalema ist fast noch hübscher als Zahara, vor allem sind hier deutlich weniger Touristen unterwegs.

Wir trinken in einem netten Lokal etwas und beschließen, nachdem wir jetzt schon zwei sehr schöne Dörfer gesehen haben, von hier aus direkt zurück ins Hotel zu fahren. Unterwegs passieren wir ein Brandgebiet - später erzählt uns Elaine, die Hotelchefin, dass es hier letzte Woche gebrannt hat; 2 km² Wald wurden zerstört, aber es gab wenigstens keine Verletzten (oder schlimmer). Zurück im Hotel verbringen wir Zeit am und im Pool, machen eine Siesta* und gehen dann zum Abendessen. Es schmeckt einfach super!

  • Montag, 13.07.2026 - Freitag, 17.07.2026

    Die nächsten fünf Tage stehen dann im Zeichen des "Work"-Anteils unserer Workation*. Wir beginnen schon vor 7:00 Uhr mit der Arbeit, unterbrechen fürs Frühstück und haben dann am frühen Nachmittag Feierabend, wenn wir nicht gerade einen späteren Termin haben.

    Die Nachmittage verbringen wir entspannt mit einem Bier auf der Terrasse und/oder am Pool, oft in Gesellschaft von "Cash", dem süßen Hauskater. Einmal fahren wir auch nach Ronda zum Eis essen. Abends lassen wir uns (bis auf den Ruhetag am Montag) vom Küchenchef Tom im "La Cascada" verwöhnen - und nachdem wir doch deutlich länger hier sind als die meisten Gäste, bereitet er uns am Freitag sogar eine extrem leckere Paella* zu. Zwischendurch ist dann wieder "public viewing"* der Fußball-WM - zum Entsetzen der Familie und der englischen Gäste schafft es die englische Mannschaft aber nicht ins Finale.

    Von unserer Terrasse aus beobachten wir auch immer wieder, was es am und im Bach hinter dem Haus zu sehen gibt - und das ist so einiges! Maurische Bachschildkröten, Flusskrebse (ich hätte mir nie vorstellen können, überhaupt mal einen zu sehen!), Nattern und viele Vögel. Als ich Ian davon erzähle, ist er gar nicht überrascht, sondern sagt uns, dass zur Zeit auch Fischotter da sind - allerdings sind sie fast ausschließlich in der Nacht aktiv.

    Samstag, 18.07.2026

    Nachdem wir unsere Pflichten erledigt haben, können wir heute das ausgezeichnete Frühstück wieder in Ruhe genießen.

    Danach fahren wir zur nahen Garganta del Arroyo de la Ventilla, wir erreichen sie nach einer guten Viertelstunde. Allerdings gibt es dann einige Verwirrung, da der Parkplatz und der Zugang zur Schlucht räumlich ziemlich weit auseinander liegen. Aber sobald wir das verstanden haben, geht es in die tolle Schlucht.

    Die nächsten zwei Stunden wandern wir auf abwechslungsreichen Wegen, sehen eine beeindruckende, üppig grüne Landschaft mit schroffen Felsen, Höhlen und einem kristallklaren Bach. Dazu sehen wir viele verschiedene Vögel (die allerdings alle miteinander fotoscheu sind), Prachtlibellen und Schmetterlinge. Und all das können wir praktisch alleine genießen, in der ganzen Zeit treffen wir nur eine einzelne Joggerin.

    Am unteren Ende der Schlucht liegt der kleine Ort Arriate, wo wir etwas trinken, bevor wir zu einer ausgedehnten Siesta mit Dusche und einem Bier zurück ins Hotel fahren. Am Nachmittag erkunden wir noch die Gärten des Hotels, die sich oberhalb der Gebäude am Bach entlang ziehen.

    Und abends zaubert Tom wieder für uns...

    Sonntag, 19.07.2026

    Heute heißt es leider Abschied nehmen vom schönen Hotel und vor allem von der außergewöhnlichen Gastgeberfamilie Love - wir packen vor dem Frühstück schon das meiste ein, so dass wir noch mal in Ruhe frühstücken können, bevor wir unsere Extras bezahlen und auschecken. Der Abschied vor allem von Elaine ist sehr emotional, wir sind trotz der kurzen Zeit schon Freunde geworden. Und wenn alles normal läuft, wollen wir nächstes Jahr wieder zur Workation kommen, dann aber möglichst etwas früher im Jahr und etwas länger (wofür gibt es denn die Donnerstag-Feiertage im Mai?).

    Wir schaffen alles ins Auto und machen uns auf den Weg in Richtung Küste. Ohne Probleme finden wir den Rückgabe-Standort der Autovermietung und innerhalb von ein paar Minuten haben wir den Juke wieder abgeliefert. Wir werden zum Terminal* gebracht und haben nach der Security noch ausreichend Zeit für einen Imbiss, bevor es heißt "¡Hasta luego, Andalucía!"* und es zurück nach München geht.